Expeditionen ins Qek-Reich

Wenn man sich früh morgens in der Dübener Heide auf die Lauer legt, kann man sie sehen. Qeks! Es scheinen Rudeltiere zu sein oder es ist eine kleine glückliche Familie, die hier auf Nahrungssuche auf die Lichtung gekommen ist. Sie scheinen nicht sehr scheu, denn sie nehmen von mir kaum Notiz und sie lassen sich sogar streicheln. Seien Sie dennoch bedacht, sollten Sie einmal ins Habitat einer solcher Gruppe kommen. Im Moment ist keine Brunftzeit, vielleicht sind die Qeks deshalb so friedfertig.


An warmen Abenden trauen sich sogar kleinere Herden der possierlichen Waldbewohner in die Nähe menschlicher Behausungen. Über die Hintergründe gibt es viele Vermutungen, aber bisher noch keine gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnisse.
Der Dicke in der Mitte ist nach unseren Beobachtungen wohl der Rudelführer, der Leitbulle. Aus seiner zentralen Position hat er seinen kleinen Harem im Blick und auch ein Auge auf die zwei Eindringlinge rechts von der Gruppe.
Einheimische berichten, dass die Qeks von Frühjahr bis Herbst auf große Wanderschaft gehen. Dann treten sie in riesigen Herden auf und weiden friedlich in lichten Wäldern oder Wiesen, fast immer in der Nähe von Seen.

Zum Ende des letzten Jahrtausend waren die Qeks stark vom Aussterben bedroht. Wie uns Gefkanitologe und Qekerinärmediziner Matthias Anders, der sich selbst nördlich von Leipzig liebevoll um ein kleine Herde kümmert, erzählte, standen sie noch bis zuletzt auf der roten Liste der Unesco. In den letzten 20 Jahren hat sich die Population aber wieder erholt. Der Bestand wird europaweit auf ca. 10000 Exemplare geschätzt. Vornehmlich im mitteleuropäischen Raum sind sie anzutreffen.
Nachdem wir nun mehrere Wochen intensiv recherchiert und den Schmiedeberger Forst bestreift haben, ist es uns gelungen eine größere Ansammlung der kleinen weiß-bunten Racker in ihrem Sommerlager aufzuspüren. Gleich einer Stampede fielen Heerscharen von Qek‘s in einen lichten Wald in der Nähe der Lausiger Teiche ein. Es ist immer noch rätselhaft, wie die kleinen Qeks genau alle zum nahezu gleichen Zeitpunkt an ein und der selben Stelle auftauchen. Sind Qeks in der Lage zu kommunizieren oder richten sie sich nach dem Verlauf der Sonne? Die Sonne erreicht in ihrem Jahresverlauf gerade den höchsten Stand im Jahr. Vielleicht ist genau das der Grund für das Zusammentreffen. Die Forschung steckt hier noch in den Kinderschuhen.
Schauen wir nun den vielen, vielen Qeks noch ein wenig in der Morgendämmerung beim Schlummern zu. Sehen sie sich die männlichen an. In ihrer schillernden Farbenpracht buhlen sie um die eher unscheinbaren Weibchen.
Auch scheinen sie sich nicht an Artfremden zu stören und auch von Menschen sind sie unbeeindruckt.
Lassen wir es dabei bewenden und gönnen wir unseren possierlichen Freunden noch ein paar ruhige Stunden, bevor sie weiterziehen, um sich vielleicht zur Herbstsonne an einem anderen schönen Platz wieder zu begegnen.